Zusatzbeleuchtung für das Fluval Edge

Mein Einstieg in die Nano-Aquaristik begann mit einem schwarzen Fluval Edge. Für mich eines der schönsten Nano-Becken - ein Design-Aquarium mit einer außergewöhnlichen Optik: schwebend und leuchtend. Nur leider nicht leuchtend genug für die meisten Pflanzen. Ganz besonders in den Ecken ist das Fluval Edge sehr dunkel.

Ich googelte mir einen Wolf, entdeckte auch, dass es wohl mal eine käufliche Lösung gab, man also eine Beleuchtung erwerben konnte, die man von außen auf das Becken legt. Auch fand ich eine Anleitung zum Selbstbau, für die man allerdings einen Deckel des Fluval Edge opfern muss. Das fand ich für mich suboptimal, war aber nun inspiriert genug, um meine eigene Lösung zu entwickeln. Ich sag's euch vorab: Sie hat ein paar Unperfektheiten und Schönheitsfehler, aber da man das nur bei genauem Hinschauen sieht, stört mich das nicht, obwohl ich eigentlich eine Perfektionistin bin.

Warnhinweis: Falls ihr noch keine Erfahrungen mit Elektronik habt - bzw. dem Verbinden von Drähten mit Lötverbindern - lasst euch bitte helfen oder schaut euch zumindest ein paar Videos dazu an. Ich übernehme keine Haftung. Dieser Artikel ist als Erfahrungsbericht, Dokumentation und Inspiration zu verstehen, nicht als exakte Anleitung!

Das Prinzip der selbst gebauten Beleuchtung fürs Fluval Edge

Bevor ich gleich ins Detail gehe. möchte ich euch erst einmal das Grundprinzip erläutern. Aus einfachen Kunststoff-Profilen und LED-Modulen bauen wir einen Rahmen, der lose um den Deckel des Aquariums gelegt wird und somit für die Reinigung mit einem Handgriff heruntergenommen werden kann. Diese Licht-Lösung ist kostengünstig - auch im Betrieb - und relativ einfach zu bewerkstelligen.

Ich zeige euch an meinem zweiten Fluval Edge, nun ein weißes, wie das Ganze aussieht:

Das braucht ihr für den LED-Rahmen

Material

  1. U-Profile oder Winkelprofile aus Kunststoff oder Alu, je nach eurem Geschmack
  2. LED-Module
  3. passender Trafo
  4. Verbinder
  5. Lötverbinder, Schrumpfschlauch
  6. Winkelverbinder oder Flachwinkel in passender Größe
  7. Klebematerial
  8. evtl. Isolierband

Werkzeuge

  1. Gehrungssäge oder Schneidlade und passende Säge
  2. Schleifpapier
  3. evtl. Zange (falls ihr einen Lötverbinder zum Abdichten des letzten LED-Moduls verwendet, drückt mit der Zange das erhitzte Material zusammen)

Tipps und Anmerkungen zum Material

  • U-Profile aus Kunststoff habe ich nur in weiß finden können. Für den schwarzen LED-Rahmen habe ich Winkelprofile genommen und diese aneinander geklebt, um eine U-Form zu erhalten.
  • Falls ihr euch für Alu-Profile entscheidet: Ich hatte leichte Schwierigkeiten, diese zu verkleben, besonders Kunststoff auf Alu. Geklappt hat das am besten mit Resin; verlinke ich euch weiter unten bei den Material-Beispielen.
  • Das Isolierband habe ich benutzt, um kleine Abstände in den Ecken zu kaschieren. Meine Schneidlade für die Gehrungsschnitte ist uralt, und die erzeugten Winkel waren leider nicht so richtig präzise.

Los geht's!

Nehmt Maß direkt am aufgebauten Aquarium mit aufliegendem Deckel. Ich habe die Schienen direkt angelegt und mit einem Stift auf dem Profil vermerkt, wo ich schneiden muss und in welche Richtung der Gehrungsschnitt gehen muss. Habt ihr ein U-Profil, müsst ihr natürlich weniger Schnitte machen als bei einem Winkelprofil, bei dem ihr jeweils aus drei Teilen selbst ein U formen müsst. Wenn ihr auch noch einen "Fuß" am Rahmen haben möchtet wie abgebildet, braucht ihr dazu noch weitere L-Stücke. Dieser "Fuß" ist nicht unbedingt notwendig, aber er sorgt für eine noch bessere Optik, da durch ihn Lichtreflexionen auf dem Glas abgedeckt werden. Die Schnittkanten solltet ihr mit Schleifpapier glätten.

Wenn ihr euch alle notwendigen Teile zurechtgeschnitten habt, klebt ihr sie zusammen. Am besten macht ihr das direkt am Becken, damit auch alles wirklich im Winkel ist. Dazu könnt ihr die Profilstücke einfach umdrehen, da das Becken und der Deckel symmetrisch sind. Ich habe dazu Winkel in die Ecken gelegt und mit Resin verklebt (Achtung, Dämpfe! Für gute Belüftung sorgen!).

Wenn der Rahmen fertig ist, legt ihr euch die LED-Module so zurecht, wie ihr sie einbauen wollt. Falls ihr alle in der gleichen Lichtfarbe verwendet, habt ihr am wenigsten Arbeit, da sie vermutlich direkt "am Stück" geliefert werden. Ich habe mich jedoch entschieden, vorn rotes und blaues Licht zu verwenden, weil das die Farben im Aquarium schön hervorhebt. Hinten habe ich kaltweißes Licht verbaut.

Bei meinem schwarzen Becken habe ich im Mittelbereich statt rot ebenfalls weiß verwendet. Beides ist schön.

Die einzelnen LED-Module verbindet ihr mit den Lötverbindern. Auf der Seite, wo ihr das Kabel haben möchtet, wird der Trafo verbunden, am anderen Ende schließt ihr die Enden mit Schrumpfschlauch. Ich hatte keinen zur Hand und habe einfach einen Lötverbinder halbiert und das Ende damit abgedichtet.

Material und Werkzeug

Was ich bei Amazon finde, verlinke ich euch hier.* Für die U- bzw. Winkelprofile und die Winkelverbinder empfehle ich euch aber einen Besuch im Baumarkt. Da der Rahmen breit genug für die LED-Module sein muss, empfehle ich das Maß von 20x21x20 mm (U-Profil). Vor Ort könnt ihr dann mit eurem Profil direkt schauen, welche Winkel hineinpassen.

 


UV-Trockner
* (zum Aushärten des Resins)