Ein Hund zieht ein – benötigte Ausstattung und Kosten

Tapsende Hundepfoten auf dem Flur, leuchtende Augen beim Spielen und abendliches Schmusen auf der Couch: Der Hund gilt nicht umsonst als der beste Freund des Menschen. Angehende Hundebesitzer sollten jedoch nicht vergessen, dass die Kosten für ein Tier weit über den Anschaffungspreis hinausgehen. Der neue Hausgenosse benötigt nicht nur Näpfe, eine Leine und ein Körbchen, sondern einiges mehr: Hinzu kommen zum Beispiel die laufenden Kosten für Futter, Hundesteuer und Tierarztrechnungen.

Kosten für die Erstausstattung

Die folgenden Preisangaben sollen nur als ungefährer Orientierungswert dienen.
Diese Utensilien gehören zur Grundausstattung:

Bildquelle: idealo.de

Was ist bei der Erstausstattung zu beachten?

Jeder Hund braucht mindestens zwei Näpfe für Futter und Wasser. Die Näpfe sollten schwer sein, damit das Tier sie nicht umschubsen kann. Alternativ leistet eine rutschfeste Unterlage gute Dienste. Als Material für die Näpfe eignet sich rostfreier Edelstahl oder Keramik. Kunststoff ist nicht zu empfehlen, weil dieser schnell aufweicht und sich Keime einnisten können. Die Näpfe sollten etwas größer sein, als für die tatsächliche Futtermenge nötig ist. Dadurch fällt beim Fressen weniger auf den Boden. Ein Napfständer kann dem Hund das Fressen erleichtern, weil das Futter darin erhöht steht.

Zum Schlafen benötigt der Hund ein passendes Körbchen oder Hundebett. Diese werden im Handel in verschiedenen Varianten angeboten. Wichtig ist, dass das Körbchen groß genug ist, damit der Hund sich komplett ausstrecken kann. Das Material sollte nicht nur reißfest und robust sein, sondern sich auch gut reinigen lassen. Die Füllung muss eine gute Isolierung bieten, um den Hund vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen. Für ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen gibt es es Hundebettchen mit gelenkschonender Liegefläche.

Bei der Wahl der Leine muss die Größe des Tieres beachtet werden: Je kräftiger der Hund ist, desto breiter und stabiler muss die Leine sein. Es gibt verschiedene Arten von Leinen: Zwei Meter lange, einfache Führleinen, tauähnliche Retrieverleinen für große Rassen, Kurzleinen für die Stadt und Schleppleinen für viel Freiraum. Umstritten sind Rollleinen bzw. Flexileinen, die sich bis zu 10 Meter flexibel ausrollen lassen. Für Welpen, große, schwere und stürmische Hunde sind sie nicht zu empfehlen, weil sie kaum Einwirkung auf den Hund zulassen. Oder im Umkehrschluss: Flexileinen sind nur etwas für sehr brave Hunde.

Jeder Hund benötigt nach dem Gesetz eine Steuermarke und die Besitzer müssen Hundesteuer zahlen. Wie hoch diese Steuer ist, entscheidet jede Gemeinde selbst. Sie liegt in der Regel zwischen 60 und 150 Euro.

Eine Transportbox empfiehlt sich bei längeren Autofahrten und Tierarztbesuchen, um den Hund ausbruchssicher zu transportieren. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Box dem Tier genügend Freiraum zum Umdrehen und Hinlegen bietet. Alternativ kann der Hund mit einem speziellen Geschirr auch auf dem Rücksitz Platz nehmen und dort angeleint werden.

Verschiedene Ernährungsformen

Der Klassiker Trockenfutter ist leicht zu handhaben, haltbar und preisgünstig. Allerdings gehen bei der Herstellung Nährstoffe verloren und manche Sorten enthalten viel Getreide. Schauen Sie hier am besten nach hochwertigen getreidefreien Sorten mit hohem Fleischanteil. Bei der Fütterung mit Trockenfutter ist es wichtig, dem Hund genügend Wasser bereitzustellen.

Nassfutter versorgt das Tier mit Flüssigkeit. Allerdings muss wegen des geringeren Energiegehalts eine größere Menge gefüttert werden. Zusätzlich sollte ein Kauknochen angeboten werden, weil Nassfutter sehr weich ist. Optimal ist es, dem Hund abwechselnd Trocken- und Nassfutter zu reichen.

Hunde, die Gelenkprobleme haben und/oder die von der Rasse her dazu neigen, sollten grundsätzlich getreidefrei ernährt werden. Achtung, Getreide ist auch in vielen Nassfutter-Sorten enthalten!

Als Alternative zum Fertigfutter bietet sich BARF an, also die Fütterung mit rohem Fleisch, Knochen und Gemüse. Die Futtermenge sollte durch einen Experten berechnet werden und die Nährstoffversorgung regelmäßig kontrolliert werden. Tierärzte warnen davor, dass rohes Fleisch Krankheitserreger enthalten kann. Wenn Sie Ihren Hund BARFen möchten, ist eine gewissenhafte Auseinandersetzung mit dem Thema unabdingbar.

Eine weitere Möglichkeit ist es, für den Hund zu kochen. Es muss mit einer individuell zusammengestellten Mahlzeit aus Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Getreide, Obst und Gemüse ernährt werden.
Geben Sie Ihrem Hund keinesfalls gewürzte Menschennahrung! Machen Sie sich damit vertraut, welche Lebensmittel für Hunde unverträglich oder gar giftig sind (wie z. B. Schokolade und Weintrauben).

Fazit

Je nach Rasse kann ein Welpe noch 13 Jahre Lebenszeit vor sich haben. Deshalb sollten angehende Hundebesitzer sich gut überlegen, ob sie bereit und in der Lage sind, über so viele Jahre hinweg nicht nur die Verantwortung, sondern auch die regelmäßig anfallenden Kosten für den Hund zu tragen.

Und wenn Sie einen älteren Hund aus dem Tierheim o.ä. übernehmen, seien Sie sich im Klaren darüber, dass ältere Hunde generell größere oder kleinere Wehwehchen haben können und häufiger zum Tierarzt müssen, unabhängig davon, ob es ein Rassehund oder ein Mischling ist. Viele Rassehunde haben obendrein eine erhöhte Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten. Bevor Sie sich für einen Rassehund entscheiden, sollten Sie sich auch mit diesem Thema auseinandersetzen. Gegebenenfalls sollten Sie sich sogar fragen, ob Sie eine etwaige Überzüchtung durch den Kauf eines Rassewelpen unterstützen wollen.